Foto: Kolping Akademie Würzburg

Wenn Chips und Gummibärchen nur Extras sind

Ein Kochkurs zur gesunden Ernährung für Migrant*innen.

Begriffe wie saisonal und regional schwirren durch den Raum. Was ist gleich wieder der Unterschied zwischen backen, braten, garen, grillen, dünsten, kochen? Vor dem gemeinsamen Kochen steht eine Wiederholung des gelernten Küchenwortschatzes. Es folgt die Besprechung der Zutaten und der heutigen Rezepte. Die klingen ambitioniert: Kartoffelschnipse, Spargel und Lachs als Päckchen im Rohr gegart dazu frischer Salat und als Nachtisch ein geschichteter Traum aus Quark und Erdbeeren. Bevor es losgeht, werden die Hygieneregeln wie richtiges Händewaschen erklärt und die Kochschürzen angelegt. Jede der vier Gruppen verteilt unter sich die Aufgaben und besetzt eine der vier Kochnischen in der großen Lehrküche. Dann kann es losgehen.

Maria Kim, ausgebildete Diätassistentin und Deutschdozentin an der Kolping Akademie Würzburg steht mit zwei Auszubildenden der Berufsfachschule für Diätassistent*innen, in deren Lehrküche der Kurs zu Gast sein darf, den Köch*innen mit Rat und Tat zur Seite. Sie zeigt, wie man Spargel schält oder ein scharfes Messer zum Zerteilen der Radieschen richtig einsetzt. Die Teilnehmer*innen folgen Maria Kims Ratschlägen und sind eifrig bei der Sache. Sie kommen aus der Ukraine, Syrien, Afghanistan, Nigeria und der Elfenbeinküste. Auch Männer packen mit an. „Männer sind die besseren Köche“ witzelt ein Jungkoch. „Aber Frauen kochen öfter!“ kommt es zurück.

Nach der Arbeit kommt der Lohn: die gemeinsame Mahlzeit. Am gedeckten Tisch werden die Ergebnisse verkostet und besprochen. Alle sind höchstzufrieden, auch die Dozentin. Und dann wird noch einmal das bisher Erlernte zusammengefasst. Wie war das mit der Ernährungspyramide, an deren Spitze nur eine einzige Portion aus der Fülle der Leckereien wie Chips oder Gummibärchen   steht, während fünf Portionen Obst und Gemüse die Basis der Nahrungsmittel bilden? Wieviel Wasser soll man am Tag trinken? Und warum nicht in gleichen Mengen Limonade, Cola oder Saft? Denn in vielen Getränken und Nahrungsmitteln ist übermäßig viel Zucker, Salz oder auch Fett versteckt.

Im Modul „Gesundheit“ der Maßnahme „Leben in Bayern“, durchgeführt von der Kolping Akademie Würzburg im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Familie und Integration geht es heute um richtige Ernährung, aber an anderen Tagen um Prävention wie Vorsorge und Impfungen, um das deutsche Gesundheitssystem, den Arztbesuch und den richtigen Umgang mit Medikamenten. Eine wertvolle Hilfe für alle, um gesund zu bleiben!